Ruhige, minimalistisch anmutende Klaviersounds dominieren auf dem zweiten Solo-Album von Federico Albanese – punktuell angereichert mit Streichern und Synthesizern, die der Wahl-Berliner in Eigenregie zu einem fast hypnotischen Klangteppich zusammengebaut hat.

Vincent Neumann beschreibt auf Deutschlandradiokultur mit diesen Worten jenes Werk, das Berlin Classics‘ Sublabel Neue Meister im Januar 2016 eröffnet.

Auf „The Blue Hour“ dreht sich alles um die magische Stimmung am Übergang zwischen Tag und Nacht, wenn Euphorie und Sehnsucht, Melancholie und Erinnerung ineinander fließen. Piano Poet Federico Albanese übersetzt diese Empfindungen in Musik. Die Melodien, die er dafür findet, bleiben im Gedächtnis. Er schichtet sie mit Celloklängen und Effekten zu minimalistischen Kammersinfonien und kompakten Stimmungsbildern. Albaneses Kompositionen durchzieht dabei der pulsierende Rhythmus seiner Wahlheimat Berlin. Mit „The Blue Hour“ hat er seinen eigenen Sound gefunden: Vielschichtiger und energievoller als ein typisches Minimal Piano Album, mit klaren Melodien und doch voll traumhafter Verschwommenheit.

1 /

Neue Meister versammelt neue notierte Musik von Komponisten der Gegenwart, die sich als ein Teil der zeitgenössischen Musikkultur verstehen und technologische Entwicklungen ebenso reflektieren, wie sie den Austausch mit unterschiedlichen Kulturen suchen. Das musikalische Spektrum reicht vom großen Orchesterwerk von Christian Jost bis zum Elektroakustischen-Trio von Johannes Motschmann. Unterstützt von einer eigenen Konzertserie mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin, knüpft  Neue Meister an eine klassische Musikkultur an, in der die Aufführung neu geschriebener Musik im Mittelpunkt stand und verdeutlicht, dass die heutigen Komponisten die alten Meister von morgen sind.

Der erste Abend der Konzertserie NEUE MEISTER am 29.02.2016 widmet sich dem Klang Berlins, Komponisten, die in Berlin leben und wirken und sich von der Stadt inspirieren lassen. Berlin gilt mit dutzenden klassischen Ensembles und Institutionen als internationale Klassikhauptstadt, von weltweit exzellentem Ruf sind aber ebenso die Szenen der elektronischen Musik, dem Theater oder der Bildenden Kunst. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Berlin auch ein Zentrum für die zeitgenössische Komponistenszene, die sich aus allen Bereichen inspirieren lässt.

Auf diesen Abend folgt für den gebürtigen Mailänder Federico Albanese die Deutschlandtour, nachdem UK und Italien bereits bespielt wurden. Sie endet wiederum in Berlin. Das Abschlusskonzert am 13.03.2016 im Roten Salon liefert so den Rahmen zur konstant im Mittelpunkt stehenden Hauptstadt.

Es gibt den besonderen Moment, in dem sich Gegensätze so nahe sind, dass sie sich fast berühren. Der Moment, in dem es noch Licht gibt, aber noch keine gänzliche Dunkelheit. Eine Welt im Zwischenraum, ungewiss, vage und in Schatten fließend. Wir können folgen oder beobachten, unsicher wohin die Reise uns führt – in Dunkelheit oder Licht; in den Schatten von Erinnerungen und Träumen. Eine Reflektion unserer Wünsche und Hoffnungen, bereit zum Sehen oder Nichtsehen. Es kann nur ein flüchtiger Blick sein, Ideen, die zu Formen werden, noch unvollendet. Du kannst Dinge sehen, aber bist unsicher, was sie sind. Es ist eine Wahl, die im Geheimen, im Innern stattfindet. An einem Ort der Erholung, der Heilung, beschwichtigt von dem warmen Schatten eines vorzeitlichen Baumes auf einem Hügel.

Federico Albanese

Prego Empfiehlt

THE BLUE HOUR
Federico Albanese

Auf „The Blue Hour“ dreht sich für Komponist und Pianist Federico Albanese alles um die magische Stimmung am Übergang zwischen Tag und Nacht, wenn Euphorie und Sehnsucht, Melancholie und Erinnerung ineinander fließen. Albanese übersetzt diese Empfindungen in Musik. Die Melodien, die er auf dem Klavier dafür findet, bleiben im Gedächtnis. Sie wachsen instrumentiert mit einem Cello und wenigen, geschmackvollen Effekten zu minimalistischen Kammersinfonien von traumhafter Verschwommenheit heran.

Weitere Artikel