Suppe polarisiert. Meist gibt es zwei Meinungen dazu und selten etwas dazwischen. Einige halten Suppe für Kranken- und Alte-Leute-Kost. Der gesunde Mensch braucht etwas zu beißen, sonst ist der Urinstinkt nicht befriedigt – da reichen die paar Löffelchen pürierte Flüssignahrung eben nicht aus. Andere feiern Suppe als gesunde Alternative, halten sie für kraftspendend, manchmal sogar für heilend.

Bisher habe ich mich selten mit Suppe auseinandergesetzt. Ab und an ganz lecker, als Fan würde ich mich aber nicht bezeichnen. In der Konsistenz kann sie alles von breiig bis flüssig sein – das klingt erst einmal nicht besonders appetitlich. Doch der November hat mittlerweile beschlossen, uns doch noch in die kältere Jahreszeit zu geleiten und wir feiern immerhin den „Tag der Suppe“. Das scheint mir Anlass genug, mich suppentechnisch auszuprobieren.

Beim Stöbern in „Sophias vegane Welt“ bekomme ich sofort Lust aufs Kochen. Ihre Rezepte sind eine einzige Farbexplosion, alles wird rot, grün und lila gefärbt. Wer sagt denn, dass vegan langweilig sein muss? Die von mir gewählte Suppe ist orange, nach Goethes Farbenlehre ist die Wirkung dieser Farbe „edel“. Wie passend.

Noch wage ich mich nicht allzu weit vor, eine relativ simple Karotten-Mandel-Suppe ist mein erster Versuch, die allerdings durch Süßkartoffel-Chips aufgepeppt wird. Außerdem kommt neben Brühe auch Fencheltee hinein – Trinken in Essen kippen, das funktioniert bei Weinsoßen ja auch hervorragend.

Karotten-Mandel-Suppe_Rezept

 

Und tatsächlich ist die Suppe sehr schnell gekocht: Einfach alles angebraten, dann mit Brühe und Tee abgelöscht und püriert. Die Chips brutzeln nebenbei im Ofen und heraus kommt eine typische Herbst- und Wintersuppe mit knuspriger Beilage. Fencheltee und Zimt machen den geschmacklichen Unterschied und die Süßkartoffelchips passen perfekt dazu – das Ergebnis schmeckt klasse und kann bestimmt auch die Beiß-Fraktion überzeugen.

1 /

Jetzt bin ich angefixt und stehe zwei Tage später wieder in einem Topf rührend hinter dem Herd. Diesmal koche ich das Rezept von Sophias veganisierter Großmutter nach: Bayerische Kräutersuppe. Einmal durch den Supermarkt – oder nach Belieben auch durch Wald und Wiesen – gelaufen und mitgenommen, was grün ist. Als Grundlage noch ein paar Kartoffeln in den Topf, wie gehabt anbraten und pürieren und schon hat man eine sehr würzige, giftgrüne Suppe auf dem Tisch. Für die vegane Variante wird sie mit pflanzlicher Sahne verfeinert, mit Milchprodukten schmeckt sie bestimmt auch.

bayerische-kräutersuppe._Rezept

Einfacher geht es kaum! Rucola in der Suppe ist bestimmt nicht jedermanns Geschmack, doch ich bin positiv überrascht, schmeckt doch nicht wie warmer Salat. Vielleicht probiere ich im Sommer die Brennnessel-Variante. Und bis dahin steht vielleicht noch die „falsche Tomatensuppe mit explodierten Kapern“ oder die „Lila-Laune-Suppe“ auf meinem Tisch – Sophia hat noch ein paar Farben im Repertoire und ich bin jetzt Suppen-Fan!

Prego Empfiehlt

Sophia Hoffmann
Sophias Vegane Welt

„Es muss einfach wieder mehr mit Essen gespielt werden!“ Getreu ihrem Motto hat Sophia Hoffmann in Sophias vegane Welt über 50 fantasievolle und köstliche Rezepte von herzhaft bis süß und für alle Lebenslagen zusammengestellt. Alle Gerichte sind farbenfroh, abwechslungsreich und zeigen: Vegan Kochen und Essen ist nicht nur lecker und gesund, es macht richtig viel Spaß, ist bunt und kreativ. Sophias vegane Welt ist das ideale Kochbuch für Einsteiger, Neugierige und natürlich Veganer.

Evelyn Marunde

studierte Skandinavistik und war nebenbei in Kulturorganisationen und Verlagen tätig. Mittlerweile arbeitet sie im Online-Marketing der Edel AG und für das Prego-Magazin.

Weitere Artikel